easyMoney – Woche 1 : Kassensturz und Psychologie des Geldausgebens!
Februar 20, 2010 9:50 pm Allgemein, easyMoneyWillkommen zur ersten Woche des “easyMoney” Workshop.
Warum, werden sich vieleicht einige fragen, macht dieser Blogger einen Workshop über Geld? Ganz einfach, wie meine liebe Großtante so nett dieser Tage sagte, bin ich “von Beruf” “Bankrotteur”, eine nicht ganz ernst gemeinte mit einem lieben Seitenhieb gespieckte Bemerkung zu meinem Umgang mit Geld.
Aus diesem Grung habe ich mich damit auseinander gesetzt warum ich ständig Pleite bin, nie etwas spare und mein Dispo immer überzogen ist.
Dabei kommt mir mein Psychologiestudium zur Hilfe, da ich das Ganze aus einer wissenschaftlichen Perspektive beobachte und analysiere.
Doch bevor wir in die Tiefen der Kaufpsychologie gehen, sollten wir erst einmal einen Überblick bekommen über unsere Finanzlage.
Dazu direkt die ersten Aufgaben:
Kassensturz
1. Fahren Sie zu Ihrer Bank und ziehen Sie Ihre Kontoauszüge, und zwar von allen Konten die Sie haben incl.Sparbücher und Anlagen (Sparverträge, Lebensversicherungen etc.).
2. Öffnen Sie alle Briefe die Rechnungen, Mahnungen oder andere Verbindlichkeiten beinhalten können, und zwar restlos. ( Das ist wichtig, damit wir in den folgenden Wochen keine ungeliebten Überraschungen erleben die unseren Budgetplan durcheinander bringen.
3. Bei Krediten suchen Sie die Unterlagen herraus und rufen die Bank an. Erfragen Sie den aktuellen Kontostand (Restsumme die zu zahlen ist) und schreiben Sie die monatlichen Raten auf.
4. Listen Sie alle anderen Verbindlichkeiten auf, die nicht zu den “normalen” wiederkehrenden Ausgaben zählen. Hierzu laden Sie sich bitte die unten stehende Datei herunter. Es ist eine Auflistung aller wiederkehrenden Ausgaben in einem durchschnittlichen Haushalt. Diese Liste füllen Sie aus und die Ausgaben, die Sie nicht in der Liste finden schreiben Sie in eines der unteren Felder der Liste. Daduch erhalten wir einen guten Überblick über die Ausgaben und Einnahmen. Danach beurteilen wir, ob und wie wir weiter vorgehen müssen.
Hier für den Anfang eine Tabelle die Ihnen helfen wird: easyMoney – Tabelle 1
Sie können die Tabelle nutzen kopieren und verändern wie Sie möchtest.
Das ist für den Anfang ganz schön viel Arbeit, aber glauben Sie mir, es lohnt sich. Sie sollten das ganze in drei bis vier Tagen erledigt haben. Haben Sie wiedererwartend Probleme, versuchen Sie diese zu lösen. Seien Sie kreativ und scheuen Sie nicht davor zurück Ihre Bank zu nerven, auch wenn die Sachbearbeiter schon mal seltsam schauen, ist es doch deren Aufgabe, Ihnen beratend zur Seite zu stehen.
So da sollte fürs erste genug sein, kommen wir für die letzten Tage dieser ersten Woche zu einem anderen aber deutlich wichtigeren Thema, der Psychologie des Geldausgebens!!!
Warum geben wir Geld aus?… Na ja ganz einfach, wir müssen leben uns ernähren und deshalb geben wir Geld aus. Aber ganz so einfach ist es dann doch nicht. Im Grundsatz kann man zwischen zwei wichtigen Gruppen von Geldausgeben sprechen:
1. zur Befriedigung des Grundbedürfnisse. Darunter versteht man Essen, Trinken, Schlafen, soziale Sicherheit,Kommunikation ( Grundbedürfnisse )usw.
2. sogenanntes Konsumverhalten oder die Ausgaben, die uns in unseren Augen das Leben schöner machen.
Ein Beispiel:
Früher habe ich meine Jeans immer nur von einer Marke mit nem kleinen “roten” Lable gekauft. Eine Markenjeans.In den letzten Jahren habe ich in der Praxis festgestellt, dass diese Jeans immer nach 3-6 Monaten kapput waren und ich das eigentlich nicht so toll fand jedes halbe Jahr eine “Markenjeans” zu kaufen nur um eine tolle Marke tragen zu können. hinzu kommt, dass ich meine Hemden meist über der Hose trage und die meisten das “Lable” garnicht erkennen können. Meine fragliche “aufwertung durch die Hose” half also in erster Linie mir.
Heute habe ich eine andere Strategie: Ich gehe nach H&M oder C&A und kaufe mir meine Jeans, die modisch Top und wirklich schick ist, für 12 € im Ausverkauf. Das ist keine schande sondern klever, denn man spart gegenüber der Markenjeans ca 100€ und sieht trotzdem Top aus. Zusätzlich muß ich sagen, dass die “billige” Jeans( ich sage lieber günstiger, denn billig sieht sie nicht aus) genauso lange, manchmal sogar länger hält als die Marken Jeans.
Was uns das Beispiel gebracht hat? Ganz klar, wir haben mit der Markenjeans nicht unseren Bedarf gedeckt, denn das hätten wir mit der “günstigen” Jeans auch geschafft, sondern haben unser Bedürfniss etwas Wertvolles zu besitzen gestillt.
Wie kommt es aber zu solchen Bedürfnissen, Wünschen und Sehensüchten nach Marken und Luxusartikeln?
Hier gehen wir etwas weiter zurück in der Zeit und zwar vor die Zeit, in der die Industrialisierung die Produktion von Massenwaren ermöglichte.
Damals produzierte der ansässige Schuster meist auf Bestellung ein paar neue Schuhe, bekamm sein Geld und war glücklich, dass er sich davon beim Schneider ein paar neue Kleidungsstücke kaufen konnte. Produzierte er mehr, mußte er schon einen weiteren Weg in kauf nehmen und die Schuhe im nächsten Dorf anpreisen. Angebot und Nachfrage regelten den Preis, und es wurde nur nach Bedarf produziert.
Heuteim Zeitalter des Internet und der Massenproduktion geht das Geschäft ganz anders, der Schuster sitzt in China, wo fast 70 % aller weltweit verkauften Schuhe produziert werden undverkauft diese zu unglaublich günstigen Preisen nach Europa. Hier ist aber eigentlich der Bedarf garnicht vorhanden, denn eigentlich brauchen wir keine 15 paar Schuhe im Schrank, und vor allem bei den Frauen hat da irgend etwas das Kaufverhalten deutlich beeinflusst. Die meisten wissen jetzt schon worauf ich hinaus will.
Die Werbung:Sinn und Zweck von Werbung ist es, beim Konsumenten einen fraglichen “Bedarf” für ein bestimmtes Produckt zu wecken, auch wenn man es eigentlich nicht braucht. Jahrelang bin ich diesem Wahnsinn verfallen, habe hunderte und tausende von Euros ausgegeben um diesen Bedarf zu decken. Heute sehe ich Werbung mit sehhr diverenziertem Blick. Ich frage mich immer zu erst:
Brauche ich dieses Produkt?
Wenn ich es brauche muss es wirklich dieses Produkt sein?
Bekomme ich eingleichwertiges Produkt irgendwo billiger?
Oder reicht auch ein etwas günstigeres Produkt?
Wenn man sich diese Fragen ehrlich stellt kommt man meistens bei dem günstigeren Produkt aus und nicht bei dem Markenprodukt.
Aber keine Angst, ich will hier nicht die Markenprodukte verbannen, auch ich habe eine schöne Uhr ein tolles Fahrrad und viele andere Markenprodukte, aber ich möchte euch auf die Wirkung der Werbung hinweisen, die uns immer wieder vormacht, dass nur das Markenprodukt das bessere ist.
Ein weiterer Grund warum man sich mit Marken alias Statussymbolen umgiebt ist die soziale Akzeptanz in der Gesellschaft. Es ist wirklich nicht leicht, in einer konsumorientierten Gesellschaft gegen den Stom zu schwimmen und sich nicht der sozialen Gruppe in der man sich befindet und auch gerne sein will anzupassen.
DAs fängt heute schon im Kindergarten an und wird besonderst in den Schulen immer schlimmer. Das Problem ist, dass man genau in diesen Lebensabschnitten geprägt wird und eine solche Prägung später sehr schwer zu ändern ist. Wir züchten also systematisch kleine Markenfetischisten groß, die später Probleme bekommen werden.
Was können wir also tun gegen übertriebenes Konsumverhalten und Kauf-sucht/-zwang?
Als erstes müssen wir unseren Bedarf unserem finanziellen Status gegenüberstellen, den ersten Schritt haben wir schon gemacht, in dem wir am Anfang der Woche unsere Finanzen sortiert und aufgelistet haben. Jetzt müssen wir noch unsere Einnahmen hinzufühgen und bekommen im besten Fall ein positives Ergebniss unter dem Strich herraus. Im schlechtesten Fall leben wir über unsere Verhältnisse und müssen unser Konsumverhalten ändern. Eine genaue Analyse gibt es dann in der nächsten Woche in Woche 2 : Analyse – Die eigene Situationn erkennen und die neuen Ziele definieren!
Zum Schluss der ersten Woche noch ein letzter Satz, es bedarf der absoluten ehrlichkeit sich selber gegenüber um dieses Programm erfolgreich zu bestreiten. Es bringt nichts, wenn man sich selber etwas vormacht und am Ende doch nicht den LifeStyle haben kann den man gerne möchte. Auch kann es sein, dass man diesen nicht so schnell erreicht wie man sich das gerne wünscht. Hier ist eiserner Wille und Disziplin gefragt, denn nur so und mit etwas Gedult schaft man den Erfolg.
LG
Alex G.
